Freitag, 12. August 2016

Vorrichtung - Die Messuhr und ihre Verwendung und ein Phänomen

Jetzt wird es ernst.



Der Fortgang der einzelnen Baustufen hat immer wieder die Neuschaffung von Vorrichtungen oder deren Weiterentwicklung zur Folge. Auch bei meinem Dickenmesser ist es mir so ergangen. Die erste Ausführung hat eine Messmethode zugelassen, die mit sehr viel Aufwand und Genauigkeit erfolgen mußte. Die Auflage der zu messenden Hölzer war sehr schmal. Daher habe ich aus einer Siebdruckplatte einen verbreiterten Auflagetisch angebaut. Mit einem Stahllineal nach der Trockung der Verleimung überprüft und die Teile waren plan und in der Waage.


Die Einstellung und Verwendung der Messuhr:



Die Tischverbreitetung ist mit einer Verleimung an die bestehenden Einheit gezwungen und trocknet über Nacht aus.
Die Messuhr ist wieder eingespannt und muss justiert werden.
Mit einem 0,5 mm Sägeblattabschnitt prüfe ich die Genauigkeit.
Mit der Tiefe kann ich die Decken und Böden auf Stärke überprüfen und der Durchlass ist auch für den Unterbug ausreichend.

Gespannt wird sie in meinen speziellen Schraubstock, der einfach auf die Werkbank montiert wird.

Und nun die erste Überprüfung. Die Decke ist bisher nur mit Hobel und Ziehklinge bearbeitet worden. Das Endmaß wird 2 mm betragen. Ich bin auf einem guten Weg.

Auch der Rand ist nicht mehr weit weg vom Ziel.


Und nun noch in diesem Zusammenhang ein Wirkung von unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen:


Die Decke ist bosnische Fichte. Sie ist ein Probestück.  Aus einem Kantel gesägt, das auf einer großen Bandsäge von einem Stück einer Chellodecke abgetrennt wurde. Es war nicht so einfach zwei gleich starke Bretter zu erhalten. Mit meiner Rahmensäge ist Fichtenholz nicht sägbar, da der Schnitt sofort verläuft.

Aber auch auf der Bandsäge war es nicht machbar die gleich Stärke durchgängig zu erhalten. Somit war viel Hobelarbeit notwendig, um dann mit der Ziehklinge das vorletzte Maß zu erhalten. Nun muss mit der oben beschriebenen Messuhr die Decke durchgemessen und starke Abweichungen nachgearbeitet werden.

Aber nun zu einem Phänomen. Am gestrigen Tag habe ich die Decke, ca 2,1 bis 2,8 mm Stärke, aus meiner sehr trockenen Kellerwerkstatt mit in die Wohnung genommen, um die Decke an meinem Schreibtisch einzuteilen. Innerhalb von fünf Minuten hatte ich ein Stück Holz, dass eine komplett andere Form angenommen hat. Die dünne Decke hat die Form einer flachen Schüssel angenommen.
Diese Form sollte sie in etwa nach der Bebalkung erhalten, aber hier hat nur der Wechsel von einem in den anderen Raum zu einer solchen Reaktion geführt.
Verblüfft und faziniert habe ich diese Veränderung in mehreren Bilder festgehalten.
Besser kann man diese Reaktion nicht erleben und ich bin für diese Erfahrung sehr dankbar.
Vieles habe ich zu dem Thema schon gelesen. So einiges auch selber erlebt. Gerade beim Möbelbau. Aber eine solche Spontanveränderung zeigte mir mal wieder, zu was Holz im Stande ist.
Sofort habe ich die Decke wieder in die Werkstatt getragen und heute morgen lag sie in der ursprünglichen Form auf der Unterlage.
Nun wird sie bearbeitet und auf das Schlussmaß plus ein Zehntel gebracht.    

Samstag, 23. Juli 2016

Vorrichtung, Fräseinrichtung für Fräse

Runde Bauteile werden für den Bau der Gitarre benötigt.






 
Schallloch, Rosette und so manch anderes Teil wird für den Bau der Gitarre benötigt. Um eine genaue Herstellungsweise zu erhalten, konnte ich glücklicherweise eine Makitafräse erstehen. Diese ist klein mit wenig Watt, aber für meine Zwecke sehr gut geeignet. Nun habe ich mich an den Bau einer verstellbaren Zirkelvorrichtung begeben. Aus Polycarbonat ist sie entstanden. Die ersten Ergebnisse lassen hoffen.

Aus diesen einzelnen Teilen ist sie entstanden:


In dieser Tasche kamen die einzelnen Elemente der Fräse bei mir an.
 Der Fräsmotor,
 
mit dem für mich wichtigsten Teil, dem passenen Fräskorb. Daraus entseht die Schablone um unterschiedliche Radien fräsen zu können.
Für den Korb wird aus Polycarbonat ein verstellbare Vorrichtung hergestellt. Die erste hatte nicht den gewünscheten Erfolg gebracht, also habe ich weiter getüftelt. Die Konturen werden aufgezeichnet.
Die notwendigen Hilfsstoffe werden komplettiert und Markierungen sind angebracht.
Fräsungen werden mit Schablonen vorgenommen.
Der erste Gedanke war gut, aber nicht gut genug und somit musste eine zweite Vorrichtung mit zusätzlichen Verstell- und feineren Einstellmöglichkeiten her.
So sieht sie aus.
Der Messingdorn ist die Aufnahme für die Schablone und steckt im Mittelpunkt der Fräsung.
Der Fräsmotor mit dem Fräser wird montiert.
Die Vorrichtung kann auf jeden beliebigen Radius  justiert werden.
Zwei Ebenen erlauben unterschiedlichste Einstellungen.
 
Und das ist das kleinste Maß. Alle benötigten Fräsungen bei der Gitarre haben größere Radien.

      


 

Donnerstag, 7. Juli 2016

Gitarre, Pilot, Designstudie ist fertig

Abschluß der Formgesaltung.




Bei meinem letzten Besuch im Atelier ist die Begutachtung der Kopfplatte nicht so gut angekommen. Mit der Aussage, das sieht aber irgend wie gefrickelt aus, habe ich die konstruktive Kritik angenommen und nochmals eine Überarbeitung vorgenommen. Den aktuellen Stand zeige ich hier, auch wenn die Arbeiten nicht abgeschlossen sind. So sind Feinarbeiten noch nicht begonnen, aber der Kopf hat schon mal die Bohrungen für die Mechaniken erhalten. Damit kann ich die Gestaltung besser aufnehmen und eventuelle Modifikationen besser umsetzen. 

Hier die weitere Entwicklung:

Mit dieser Variante habe ich den Kopf vorgestellt. Die fachliche und gestalterische Bewertung kam nicht so gut. Das spornte meinen Ergeiz an und ich begann mit der Nachbesserung.
Die Inlays werden aus Perlmutt geschnitten und dann geschliffen und eingeklebt.
Die Form habe ich auf das Holz aufgezeichnet und dann auf die Blättchen übertragen. So kann ich nach und nach die Konturen in einzelnen Schritten anpassen und herausgearbeiten.
Mit den notwendigen Ergänzungen werden die Arbeiten vorbereitet und dann umgesetzt.
So soll das aussehen. Dieser Entwurf gefällt mir viel besser als die erste Ausführung. Meine Marke wird nochmals entfernt um die Endbehandlung vorzubereiten vorzubereiten.
Die Mechaniken sind eingebohrt. Die Späne werden mit dem Schliff egalisiert.

Die Feil- und Schleifarbeiten können nun beginnen. Dazu demontiere ich die Mechaniken wieder und die Oberflächen werden versäubert, feinstgeschliffen und für die Grundierung vorbereitet.
Als Impression der Korpusteil mit Boden und Zarge und der Hals mit dem Einsatz aus dem Nussbaumholz des Bodens an der oberen Spitze.

Und hier nun die Platte im Endzustand mit der ersten Grundierung.
 
Zur Probe eine andere Mechanik eingesteckt. Auch diese war auch auf Anhieb in die Bohrungen einsteckbar.
  Das Schmuckelement der Kopfplatte.
 Und der Blick auf die Seite mit allen Details.


Eine umfassende Arbeit. Sehr gut ist die konstruktive Kritik zur Herstellung und Bearbeitung im Atelier. Diese bringt mich weiter. Es war absolutes Neuland und unter der Anleitung kann ich meine Lernkurve weiter entwickeln. Vielen Dank an Felix Reuter.
    

Sonntag, 3. Juli 2016

Gitarre, Pilot, Korpus

Nicht nur in meiner Werkstatt.





Der Korpus wird unter Begleitung erstellt. Derzeit werden der Boden und die Zargen weiter bearbeitet. Dazu erhält jede Baugruppe die entsprechenden spezifischen Teile, damit die Konstruktion stabil und der Klang entstehen kann. Eine faszinierende Vorgehensweise, die ich nur mit der entsprechenden Unterstützung vornehme. Den unabhängigen eigenen Bau traue ich mir so nicht zu, da mir viele Details unbekannt sind. Außerdem macht die Arbeit in der Gemeinschaft bekanntlich mehr Freude. 

Hier einige Bilder der Arbeit aus dem Atelier:



Der Boden erhält die Querbalken.
Diese müssen noch bearbeitet werden.
Mit dem Beitel werden die Enden abgetragen. 

Dann kommt mein Geigenbauhobel zum Zuge. Ein Werkzeug aus der eigenen Herstellung und mit dem Eisen von Gerd Fritsche, das immer wieder größte Freude bereitet.
Span für Span übertrage ich die notwendige Kontur auf das Holz.
Damit man die Dimension des Werkzeuges einschätzen kann, hier mit einen Zweicentstück.
 Ein Werkzeug, das ich besonders gerne für solche Arbeiten einsetze. Fein zu führen und effizient im Ergebnis.

Und hier zum Ende dieser Arbeit ein Bild mit dem entsprechenden Spanergebnis.