Montag, 17. Juli 2017

Neuer Werkplatz in der Werkstatt

Die Aufsatzlade wird eingeweiht.



Ein neuer Zugang aus eigener Fertigung hat in die Werkstatt Einzug gehalten. Arbeiten in vernünftiger Höhe, schnelle Spannschritte, wenig zusätzliche Zwingen und Spanner, gute Sicht auf das Werkstück und eine kurze Umrüstzeit wenn ein Arbeitschritt fertig ist. Als Versuchsobjekte habe ich Teile für Kopfplatte und Rosette hervorgekramt, um sie weiter zu planen. Sie sind aus Reststücke entstanden und nun müssen die Leimnähte verputzt werden.

Die Lade im Einsatz:


An zwei Bankhaken habe ich die Mitte angezeichnet und dann mit der Eisensäge erst den horizontalen und dann mit 5mm den vertikalen Schnitt gemacht. Mit der Feile fein bearbeitet und nun im Einsatz.
Rohmaterial für die Kopfplatte. In der Mitte hält eine überstehende Einlage in der Bankplatte das Holz an der oberen Kante. Unten reicht ein runder Bankhaken und ich kann die gebrochene und neu gefügte und verleimte Platte mit dem Blockhobel planen.
Das Teil macht richtig Spaß. Klar ist viel Neulust mit dabei, aber nach vielen kleinen und feinen Arbeiten habe ich keine Verspannungen im Rücken. Auch hatte ich kein Bedürfniss nach einer Sitzgelegenheit.

Dienstag, 13. Dezember 2016

Gitarre 0000, der Boden ist verleimt

Aus Zwei mach Eins.




Der Boden, bestehend aus zusammengeleimten Hälften, ist mit einem Naturleim verbunden. Die Vor- und Rückseite wird nun mit der Ziehklinge weiterbearbeitet. Dazu wird die Leimfuge nachgearbeitet bis sie gänzlich egalisiert ist. Es ist kein Übergang fühlbar. Nun wird mit der Form der Umriss auf das Holz übertragen. Dazu wird einfach ein Bleistiftstrich um die Form gezogen. Mit einem Hilfsmittel wird die Form nochmals mit einem zusätzlichen 10mm Rand versehen, an dem der Boden ausgeschnitten wird. Der Überstand schützt das eigentliche Maß während der weiteren Bearbeitung.

Dazu die passenden Bilder:


Mit Ziehklingen werden die gesamten Flächen gleichmäßig fein abgezogen.
So muss die Naht aussehen.
Dann wird die Form fixiert und die Umrisse übertragen.
Einfach mit einem sehr feinen Bleistift an der Kante entlang fahren.
Mit einer Rädelschraube einen passenden gleichen Abstand übertragen.
Eine einfache Lösung.
Die Schalllochmitte wird markiert.
Und so sieht der Umriss mit Doppellinie auf dem Holz aus.

Mit dieser Säge wird der Boden auf der äußeren Linie ausgesägt. 

Und das ist der Boden danach. Die Ziehklinge kommt wieder zu Einsatz.
 Die Balken werden angepasst.

Der Boden bekommt auf der Innenseite die Balken. Diese werden eingeleimt und dann geformt. Gezeigt wird das im nächsten Post.





Freitag, 9. Dezember 2016

Gitarre 0000, Boden fügen

Ein Nachtrag zum Boden.


Als mein Malheur mit den Zargen entdeckt wurde, brauchte ich zur Beruhigung eine andere Arbeit. Die bestand in der Fügung und Leimung meiner beiden Bodenbretter. Für solche Arbeiten hatte ich mir bereits ein Fügebrett von ca. 1m Länge aus Tischlerplatte gebaut. Die Bretter sind auf Maßhaltigkeit überprüft worden und geringfügig nachbearbeitet. Die bereits darauf bearbeiteten Bretter sind immer zu meiner Zufriedenheit ausgefallen. Nun waren die Bodenbretter dran. Der Boden wird aus zwei Teilen bestehend in spiegelbildlicher Anordnung auf der Lade gefügt. Dann erfolgt die Prüfung der Naht auf dem Lichtkasten und anschließend werden in der Spanneinrichtung die Teile verleimt.

Die Bilder zeigen meinen Ablauf.



Auf der Lade wird das Brett niedergezwungen. Mit der großen Rauhbank mit einem scharfen Eisen erfolgt die Fügearbeit. Es muss sich ein durchgehender Span bilden. Dann arbeitet der Hobel gleichmäßig.
So erfolgt die Anordnung. Strich für Strich trage ich Holz ab, bis gleichmäßige Hobelspäne entstehen.
So langsam kommen sie in die richtige Richtung.

Der Hobelspan ist gleichmäßig und durchgängig.
Die beiden Teile werden zum ersten Mal aneinander gelegt. Man erkennt noch einige Spalten.
Auch in der gewendeten Richtung das gleiche Bild.
Trotzdem lege ich die Schablone auf um die Textur zu begutachten. Das ist für mich sehr wichtig, denn es soll ja auch gut aussehen.
 Und nun kommt das nächste Hilfsmittel ins Spiel.

Wie man deutlich erkennen kann, das Licht ist eingeschaltet. Es ist ein Lichtkasten.

Auf die Mattglasscheibe lege ich die Bodenteile und lasse das Licht von unten durch den Spalt scheinen. Die Bretter werden immer weiter zusammengeschoben.
So erkenne ich den kleinsten Spalt und kann nacharbeiten. Stück für Stück nähere ich mich dem Optimum.
 So muss es sein.
Nochmal im anderen Licht, ob alles passt.
Diese Späne stelle ich gerne her, denn so gleichmäßig zeugen sie von genauer Fügearbeit.
Und nun der eigentliche Leimvorgang. Die Spanneinheit ist ein Eigenbau.
Bestehend aus Grundplatte, Spanngitter, Segelschnüre, Backpapier und Spannkeile. Geleimt wird mit Naturleim.
Auf die Grundplatte wird Backpapier aufgelegt und mit Klebestreifen fixiert.
Die Bodenbretter werden mit Leim an den Klebekanten bestrichen und dann zusammengepresst. Dazu lege ich sie auf die Backpapierunterlage und darauf kommt ebenfalls eine Lage Backpapier. Das verhindert, das der Boden mit der Spannform verklebt, da nach oben noch ein Gitter aufgelegt wird, um den Druck besser zu verteilen.
Der Druck wird mit Schnüren erzeugt, die über das Spanngitter geflochten werden und an dem Kreuzungspunkt wird ein Keil eingeschoben, der mit einigen Hammerschlägen hineingetrieben und sich so festspannt.
Die Segelschnüre reckt sich ein wenig. Somit ist sie etwas flexibel. Gehalten wird das ganze mit einer Klemme, die ich aus meiner aktiven Seglerzeit kenne.
So ist die Anordnung und so habe ich sie adaptiert und sie funktioniert sehr gut.
Mit Druck von oben, Spannung von den Seiten wird die Form jetzt zur Seite gestellt und kann in Ruhe trocknen.
 
So hat der Tag einen versöhnlichen Ausgang, denn ich bin mit diesem Ergebnis sehr zufrieden.

        

Dienstag, 6. Dezember 2016

Gitarre 0000, Zargen - 2. Teil

Wenn einen das Leben einholt.


Wie bereits beschrieben hat mich mein Fehler eingeholt und ich muss mit dem Auftrennen des letzten Bretts aus Riegelahorn beginnen. Die anderen sind bereits auf Verarbeitungsstärke gearbeitet aber leider zu kurz für diese Bauform. Ich hatte meine Pläne geändert und dabei aber die Maße nicht hinreichend berücksichtigt. Nun hat es mich eingeholt und so habe ich die letzte Chance aus dem letzten Brett neue Zargenrohlinge herzustellen. Mit großer Zuversicht gehe ich an die Sägearbeit mit der großen Rahmensäge.


Auch hier die Bilder, damit eine chronologische Folge der Arbeitsschritte entsteht:


Hier sind die fertigen Zargen, das Muster und der Neubeginn in einem Bild zu sehen.
Die Rahmensäge ist aufgesetzt und der neue Schnitt trägt bereits die Säge.
5 Minuten intensive Arbeit und die Säge hat sich sauber in das Brett gearbeitet. Aber die ursprüngliche Spannung in der Vorderzange ist nicht ausreichend und ich muss umspannen.
Mit einer anderen Spanntechnik verbleibt das Brett ruhig an der Bank und tiefer schneidet die Rahmensäge. Der Schnitt wird immer wieder auf beiden Seiten kontrolliert. Die Spiegelmethode ist nicht anwendbar, da der Spiegel erneuert werden muss.
Sauber schneidet das Sägeblatt.
 
Und nach 50 Minuten habe ich die Hälfte aufgetrennt, 55cm. Die zweite Hälfte ist morgen dran.
Und heute ist morgen. Nachdem ich gestern die Säge beiseite und mich trocken gelegt habe, wird nun das Brett von der anderen Seite her bearbeitet. Dazu spanne ich es in die Vorderzange, säge mit der Rückensäge eine feine Nut und setze die Rahmensäge auf.  Schnell schneidet sie sich in das Holz.
Nun habe ich einen Tritt unter das Brett gestellt, damit ich mit der Säge höher komme und besser sägen kann.
 20cm Länge fehlen noch, dann bin ich durch.
Die Transpiration nimmt wieder zu. Damit ich nicht in die Vorderzange schneide, wechsle ich die Position und das Werkzeug. Ungefähr 8cm noch.
Nach fast 1 Std 15 Minuten Gesamtsägezeit bin ich durch. Zwei Bretter mit mindestens 5mm Stärke liegen auf der Bank.
 
Eine Menge Sägemehl ist entstanden, aber es hat Spass gemacht. 
 
Hier die zu kurzen Zargen, der Biegeversuch und das Ausgangsmaterial für die Weiterarbeit.
Damit werde ich Zargen in der richtigen Länge aushobeln. Dazu werden die entsprechenden Hobeleisen frisch geschärft.
Ich kann´s nicht lassen. Die Rauhbank lag in der Nähe damit sie ein neues Eisen bekommt. Da ich das alte Eisen bereits geschärft hatte, kann ich nun mit dem Hobel nach dem besonderen Maserbild schauen und auch die Faserrichtung ohne große Ausrisse ermitteln.
Riegelahorn ist schon sehr schön, wenn´s nicht so schwierig zu bearbeiten wäre.
Die ersten Späne haben mir Aufschluss gegeben und nun kommt die nächste Muckitrainingseinheit. Der Tag ist noch lang.