Donnerstag, 19. April 2018

Kreisschneider, der Halter

Nach dem Messer nun der Halter.



Das Messer hat die minimale Funktion der Schneide. Nun entsteht aus Nussbaum und Messing der Halter. Dieses Materialien habe ich in meinem Fundus und so kann ich mal eben einen Halter bauen. Die Planung stammt aus früherer Zeit, da ich mir schon ein Muster hergestellt habe. Das Ergebnis war aber nicht zufriedenstellend, so habe ich mich jetzt an einen neuen gemacht der alle Veränderungen enthält.



Mit einem Stück Nussbaum lege ich los.
Die benötigten Konturen sind aufgezeichnet.

Auf der kleinen Tischkreissäge sind schnell die Schnitte erledigt. Es kommt auf Genauigkeit an, da nehme ich gerne diese Maschine.

Mit dem Hobel werden alle vier Seiten rechtwinklig bearbeitet.

Es ist genau und im Winkel.

Die zusätzlichen Rohmaterialien zusammensuchen.

Mit 10mm Vollmaterial, Vierkantstange, Gewindestange und einigen Rändelmuttern wähle ich nach dem zu erfüllenden Nutzen aus.
Das Holz wird markiert und die Bohrungen hergestellt.
Nachdem das erste Teil bei der Bohrung wohl nicht gerade auf der Platte der Säulenbohrmaschine gelegen hat, ist ein neues, mit einer anderen Spannvorrichtung gehaltenes, entstanden. Nun schließen die einzelnen Teil dicht und alles läuft sauber.
Eine der Stangen wird mit einer Feststellschraube fixiert. Da der Schneidkopf fest verbunden wird, reicht die einseitige Feststellung.


Als nächstes entsteht der Schneidkopf.

Dienstag, 17. April 2018

Kreisschneider, das Messer

Erst einmal das Messer.



Ohne scharfe Schneide geht bei mir nichts. Da ich so einige Eisen mittlerweile in meinem Fundus habe und ich für einen neuen Kreisschneider ein passendes Messer benötige, verwende ich ein Rohling aus der Instrumentenhobelbauserie und arbeite ihn um. Meine Tormek leistet mir dabei gute Dienst. Angepasst an die Schleifführung der Maschine kann ich mit einem selbst entwickelten Hilfsmittel das Eisen sicher und gleichbleibend führen. Auch hier ist wieder Geduld gefragt und es ist nachhaltig befriedigend, ein Ausgangswerkstück zu schaffen, mit dem ich ein weiteres Werkzeug bauen werde.


Das Hobeleisen erhält einen Schräganschliff. Damit wird eine Bearbeitung der Rosette und des Schallochs ermöglicht.
Dazu wird das Eisen in einer Halterung befestigt. Hierfür ist in einem Stück Buchenholz eine Nut eingearbeitet worden. In dieser steckt das Eisen. Nach hinten wird das Eisen durch eine Schraube blockiert. Eine dünne Abdeckung mit entsprechenden Schrauben hält das Ganze. Die Kanten sind nachgeschnitzt um eine Berührung auf dem Schleifstein zu vermeiden.
Das schmale Teil des Hilfmittels ist gleichzeitig der Anschlag für die Tormekhalterung. Nur mit den Fingern erfolgt der Druckaufbau auf das Metall. Gleichmäßig führe ich der Werkstück.
Stück für Stück schleife ich das Eisen auf die neue Form um.
Immer mehr kommt die neue Schneidenform zutage.
Fast ist es vollbracht.
Die letzten Minuten das Eisen an dem rotierenden Schleifstein um eine durchgehende Schneide zu erhalten. Die gesamte Breite des Steins wird verwendet. Damit ist ein gleichbleibender Abtrag mit gleichmäßiger Auflage gegeben.
Die Rohformung ist abgeschlossen.
Die Schneide ist durchgängig in der neuen Form fertig. Die letzte Kante lasse ich so, da es mir nur auf die Schneidenspitze ankommt. Alles andere ist nicht nötig.
Bevor ich dann die Schneide weiterarbeite, werde ich nun die Spiegelseite bearbeiten. So werde ich dem ursprünglichen Verwendungszweck einen neue Sinn einhauchen.

Fortsetzung folgt. 


    

Sonntag, 15. April 2018

Griffbrettanprobe

Der nächste Schritt.


Die Kopfplatte ist fertig verleimt. Das Griffbrett ist ausgewählt. Ebenholz wird es werden. Es muss noch bearbeitet werden, damit es auch ebenmäßig ist. Der Hals hat seine Grundform auf die alle weiteren Bearbeitungschritte aufgebracht werden.

Das Griffbrett hat die Rohform erhalten. Deutlich sichtbar die Maße der Bundierung.
Die Kopfplatte hat eine sehr schöne Maserung und wird nun die Endform erhalten. Bezüglich der Form habe ich noch kein endgültiges Design, so bleibt es erst einmal rechteckig.
Der Halsblock hat noch etwas Übermaß und der Deckenspalt ist noch nicht abgetragen. Dazu wird die Decke erst fertiggestellt.
Einige Besonderheiten werden entstehen. Die Bundierung wird auch eine Herausforderung, aber zuversichtlich gehe ich das Thema an.

Zunächst aber wird ein spezielles Werkzeug nochmals erneuert. Die bisherigen Erfahrungen werden in der neuen Variante eingearbeitet. Dazu mehr in einem weiteren Post. 

Samstag, 7. April 2018

Torres 1884, Halsanfang und -ende

Ecke ab.



Sollte ich mir den Titel nochmals überlegen? Nein es stimmt. Der Halsblock bekommt immer mehr seine endgültige Form. Die aufgebrachten Hilfslinien dienen der Orientierung und dem Verständnis. So ein Gitarrenbau ist eine komplexe Angelegenheit. Obwohl ich in den letzten Monaten viele Fragen klären konnte, steht nun keine wissende Kraft hinter mir und ich muss meinen Weg finden. Das Ziel ist definiert und da möchte ich hin. Selbstgewähltes Elend - mitnichten! Herausforderung - ja! 

Heute arbeite ich an beiden Enden, nicht nur die Wurst hat zwei. Ich glaube ich bin gerade richtig komisch. Grins. Also Rohbauabschluß des Halsblocks und Gestaltung der Kopfplatte. Mein Wochenziel ist erreicht.



Mit diesem Arbeitsschritt wird ein Andenken hochgehalten. Diese Sägen haben einen besonderen Wert.
Daher setze ich sie bei diesen besonderen Arbeiten ein. RIP und Crosscut, dank des Fachmanns von einer besonderen Sägequalität.
Aber nun zum Detail. Die Form ist dem Gitarrenbauer Torres nachenpfunden. An dem Halsblock habe ich die Sägeschnitte markiert und nun kann ich sie leichter abarbeiten.
Schnitt für Schnitt, auch mit einem Wechsel der Sägerichtung werden die Teile abgeschnitten, die nicht mehr benötigt werden.
Der erste große Abschnitt wird gleich entfernt.
Weiter mit hoher Genauigkeit und gewechselter Schnittrichtung arbeite ich mich durch das Material.
Schon zwei schräge Ecken. Wenn das kein Omen ist.
Vollbracht.
So manches Detail braucht besondere Zuwendung.
Wird es bekommen, nur heute nicht mehr.
Denn der Halskopf wartet.
Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dass ich mit einem solchen Fundus an diversen schönen Furnieren ausgestattet bin. Den "Lieferanten" sein Dank. So fällt mir die Auswahl für die Kopfplatte nicht schwer.
Harmonischer Kontrast soll es werden.
Da die Elemente schon geklärt sind sollen die Feinheiten stimmig sein.
So werden sie aufgebracht und verleimt.
Die Verleimungen erfolgen nur mit Glutinleimen. Eine echte Herausforderung und einfach nur Klasse, wenn man natürliche Stoffe so verbindet.
Der Abschluß ist das widerborstige Furnierbrettchen.
Nur aufeinandergelegt und kurz angedrückt.

Nutzt alles nichts, mit Zwang erfolgt die Einheit. Wäre doch gelacht .....!
      

Donnerstag, 5. April 2018

Torres 1884, Halsblock ausformen

Stemmen, schnitzen, schneiden, raspeln, feilen und schleifen.



Das erste anspruchvolle Gestalten eines Teils der Gitarre. Man benötigt die Konstruktion, damit man weiter bauen kann, die Funktion damit man die Teile fest verbinden kann und dann Halt haben, die Ausführung, damit ein ansehnliches Instrument entsteht. Das Holz wird durch Bearbeitung vom Klotz zum Schauteil. Das meiste verschwindet zwar hinter weiteren Bauteilen, ist aber notwendig, denn ohne geht es nicht. Ohne würde keine Gitarre entstehen.



Mit meiner Bogensäge beginne ich die ersten Schnitte.
Dabei bemerke ich, dass ich das falsche Blatt eingespannt habe. Also Wechsel auf ein gröberes.
Von beiden Seiten gesägt ist die Rundung sauber geschnitten.
Es ist auch ein sauberer Schnitt entstanden.
Die Rundung erhält die Mittellinie zur Orientierung.
Der nächste Schritt, einschneiden des Blocks für die Aufnahme der Zargen. Die Linien sind markiert.
Mit dem Schnitzer werden die Linien nachgeschnitten um saubere Sägeschnitte zu erhalten.
Dazu ziehe ich mehrmals die Sägelinie mit dem scharfen Schnitzer nach.
Rundherum werden die Linien nachgearbeitet.
Auch die 5° Nuten werden so vorbereitet.
Deutlich zu erkennen die unterscheidlichen Schnitttiefen.
Vollbracht. Nun kann gesägt werden.
Mit meiner Absetzsäge erledige ich diese Arbeiten. Die Nuten sind 2mm stark. Feines Arbeiten ist angesagt.
Auch muß die Neigung und Tiefe stimmen.
Beide Seiten sind eingesägt.
Mit einem dünnen Schnitzeisen stemme ich das Holz aus der Nut.
Vollbracht.
Durchgängig 2mm Breite mit ansteigender Neigung.
Die andere Seite, der erste Schnitt.
Dann der zweite, vorsichtig und immer wieder prüfen denn die Genauigkeit ist sehr wichtig.
Wieder die Stemmarbeit. Das Holz lässt sich mit dem scharfen Werkzeug leicht schneiden. Es lohnt sich mal wieder die Schärfarbeit.
So sieht das dann nach dem Ende der Stemmerei aus.
Und nun der Beginn einer Arbeit, die mir viel Freude macht. Aus dem vollen Material muss nun mit Beitel, Schnitzer, Schnitzbeitel, Raspel, Feile, Ziehklinge und Schleifpapier die Halsblockform grob herausgearbeitet werden.
Scharfes Werkzeug und das Holz wird mit feinen Spänen geformt.
Nun kann man schon erahnen, wie die Form einmal aussehen wird.

Schnitt für Schnitt gibt das Holz die Form frei. Das Tagwerk ist vollbracht - gute Nacht!